KA1 Projekt 2019 - 2020

Projekttitel:
Digitale Kompetenzentwicklung von Fremdsprachenlehrkräften - Lehren und Lernen mit dem Netz

Europäischer Entwicklungsplan:
Das IIK, 1989 aus der Düsseldorfer Germanistik ausgegründet und als eingetragener Verein selbständig tätig, genießt international einen hervorragenden Ruf, vor allem wegen seiner Expertise für das Lehren & Lernen des Deutschen als Fremdsprache, das es durch Publikationen, Vorträge, Veranstaltungen, Mitarbeit in Europäischen Projekten wie daf-netzwerk.org, idial4p-projekt.de, bidprojekt. eu und kostenlose eigene Online-Dienste zum Deutschlernen wie deutsch-alsfremdsprache. de unterstützt. Unser Institut hat klassischerweise als Zielgruppe Erwachsene in Studium und Beruf, die wir in sprachlichen und interkulturellen Trainings weiterbilden, um sie auf ein Studium in Deutschland vorzubereiten und/oder für ihre berufliche Praxis zu qualifizieren bzw. weiterzubilden. Seit Ende 2015 sind als neue Zielgruppe Flüchtlinge dazugekommen, von denen wir insbesondere bildungsnahe Flüchtlinge mit beruflicher Vorbildung oder Studium berufssprachlich weiterbilden, so dass sie eine gute Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und auch das Reservoir dringend benötigter Fachkräfte weiter füllen. Nachdem wir 2015 hierfür ein größeres Budget an Stipendien bereitgestellt hatten, haben wir seit 2016 auch eine Kursträgerlizenz des BAMF zur Förderung dieser Kurse. Schwerpunkte unserer Arbeit bilden Sprachkurse in Deutsch als Fremdsprache, aber auch in Englisch, Niederländisch, Französisch, Spanisch, Türkisch u. a. sowie Fortbildungskurse für Lehrkräfte Deutsch als Fremdsprache, die seit fast 30 Jahren von tausenden Lehrkräften vor allem aus Europa besucht wurden , wobei viele Lehrkräfte dabei über europäische Mobilitätsprogramme in den Bildungsprogrammen Sokrates, LLP und Erasmus+ kamen. Alleine in den Sprachkursbereichen Deutsch und Englisch werden aktuell rund 70 freiberuflich tätige Lehrkräfte in den Standorten Düsseldorf und Berlin beschäftigt. In den ganzjährig stattfindenden vierwöchigen Intensivkursen Deutsch als Fremdsprache lernen monatlich rund 600 Teilnehmer Deutsch für berufliche Zwecke oder als Vorbereitung auf ein Studium. In den Fortbildungen Deutsch als Fremdsprache sind in den letzten Jahren jährlich rund 120 - 150 Lehrkräfte aus der ganzen Welt fortgebildet worden, wobei der größte Teil der Teilnehmer aus Europa stammt. Auch als Testzentrum (TOEFL, TOEIC, GMAT, GRE, TestDaF, telc und WiDaF) sowie durch seinen umfassenden, innovativen Service im Bereich Fremdsprachen für Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Hochschulen, öffentliche Institutionen und Firmen hat sich das IIK weltweit einen Namen gemacht. Vereinsziel des Institutes ist die Internationalisierung des Standortes Deutschland und die Verbreitung der deutschen Sprache. Dafür arbeiten wir eng mit einer Vielzahl europäischer Partner zusammen, ob in europäischen Projekten, im Internationalen Deutschlehrerverband IDV oder auch als förderndes Mitglied von Deutschlehrerverbänden wie in Polen, Bulgarien oder Griechenland. Mit der Aufnahme des Unterrichts für Flüchtlinge ist die Mitarbeit an der gelungenen Integration von Migranten ein weiteres strategisches Ziel des Institutes geworden. Wurden in den letzten Jahren bereits Stellen für die Studienberatung von Teilnehmern geschaffen, die ausländischen Studierenden bei der Bewerbung an deutschen Universitäten helfen, ist nun ein weiteres strategisches Ziel der Aufbau von berufsberatenden Kompetenzen und Schaffung von Stellen in diesem Bereich, um Migranten eine beruflich gesicherte Existenz in Deutschland zu verschaffen und so gleichzeitig mitzuhelfen, den bestehenden Fachkräftemangel zu lindern. In Zeiten der Digitalisierung aller gesellschaftlichen Bereiche ist die sinnvolle didaktische Implementation virtueller Lernwelten in den Fremdsprachenunterricht ein zentrales Desiderat und Herausforderung gleichermaßen. U. a. gefördert durch das im Rahmen von Erasmus+ geförderte Projekt 2014-1-DE02-KA104-000506 Kompetenzentwicklung von Fremdsprachenlehrkräften im Netz und mit dem Netz - New Blended Learning und Web 2.0 haben wir in den letzten Jahren mit Hilfe interaktiver Smartboards in allen Unterrichtsräumen und entsprechend geschulter Lehrkräfte große Fortschritte in der Einbindung digitaler Ressourcen in den Unterricht gemacht. Zusätzlich haben wir im Bereich der digitalen Selbstlernmöglichkeiten ein Moodle-Lernzentrum mit mehr als 13.000 Übungseinheiten Deutsch als Fremdsprache erstellt, das unsere Teilnehmer kostenlos nutzen können: https://elearning.iik-duesseldorf.de/ Wir sehen aber, dass die immense Entwicklungsgeschwindigkeit des Internet, von Web 2.0 Anwendungen und Apps dazu führt, dass Lehrkräfte neben ihrer Unterrichtstätigkeit kaum Zeit haben, neue, interessante Anwendungen zu recherchieren und im Unterricht zu nutzen. Hier bleiben viele Möglichkeiten ungenutzt, den Unterricht effektiver und teilnehmerorientierter zu gestalten. Entsprechend bleibt in diesem Bereich das Ziel einer permanenten Weiterbildung des Lehrpersonals verpflichtend für die strategische Weiterentwicklung unseres Institutes. In den nächsten vierzehn Monaten ab Beginn des Projektes sollen 30 Mobilitätsaktivitäten für Lehrkräfte und pädagogisches Leitungspersonal (mit Lehrauftrag) aus den Bereichen Deutsch als Fremdsprache, Integrations- und Berufssprachkursen Deutsch und Englisch durchgeführt werden. Die dabei konkret ins Auge gefassten Fortbildungsmaßnahmen sind unter dem Punkt „Aktivtäten“ genauer beschrieben. Bedingt durch die enorme Entwicklungsgeschwindigkeit im Bereich digitaler Medien erscheint es uns als sinnvoll, dass vor allem das pädagogische Leitungspersonal innerhalb des Projektzeitraumes beide Fortbildungen absolviert, um unser Curriculum in Richtung der angestrebten Ziele einer stärkeren Integration digitaler Medien in den Sprachkursbereich und auch den Fortbildungsbereich zu entwickeln. Dabei soll die dreitätige Mobilitätsmaßnahme in Österreich zum Thema Tablets und Apps für eine größere Zahl der Lehrkräfte sicherstellen, dass diese stärker "digital" konturierten Curricula auch in der Praxis des Sprachunterrichts erfolgreich umgesetzt werden können. Um möglichst alle Lehrkräfte mit diesen Fortbildungsinhalten zu erreichen werden wir im Anschluss an die Mobilitätsmaßnahme interne Fortbildungen durchführen, die von Multiplikatoren geleitet werden, die an der Moblitätsmaßnahme teilgenommen haben. Alle Fortbildungsteilnehmer dieses Projektes sollen sich deshalb gleichzeitig als Multiplikatoren betätigen, indem sie sich verpflichten, nach ihren Fortbildungen im europäischen Ausland wiederum in internen Fortbildungen andere Lehrkräfte weiter zu schulen. Damit dabei auf den Arbeitsalltag der Lehrkräfte Rücksicht genommen wird, werden diese internen Fortbildungen als Blended-Learning- Konzepte durchgeführt mit Präsenzphasen an jeweils einem Samstag und Online-Phasen mittels Online-Videoconferencing mit Adobe Connect. Das Institut hat für diese Zwecke der internen Online- Fortbildungen Lizenzen von Adobe Connect gekauft. Durch diese strukturierte Fortführung interner Fortbildungen in der Folge der Fortbildungen im Ausland beabsichtigen wir auch eine Festigung und Erweiterung der im Ausland erworbenen Kenntnisse bei unseren Lehrkräften sicherzustellen. Ziel ist eine möglichst alle Lehrkräfte umfassende Kompetenzentwicklung im didaktischen Gebrauch digitaler Medien, von Apps und Web 2.0 Anwendungen und vom sinnvollen Einsatz von Smartphones und Tablets für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache und Englisch, um einerseits die Qualität der eigenen Sprachkurs- und Fortbildungsangebote zu sichern und zu verbessern, und andererseits möglichst allen Lehrkräften durch die neu gewonnenen Kompetenzen eine bessere Positionierung auf dem Arbeitsmarkt zu bieten. Die neu gewonnenen Kompetenzen im Bereich der Unterrichtsdurchführung mit digitalen Medien und mit Hilfe von Smartphones und Tablets sollen darüber hinaus in die Konzeption von Fortbildungen zum Themenbereich E-Learning einfließen, an denen dann wiederum Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland teilnehmen, die sich selbst im Rahmen von Europäischen Mobilitätsprojekten weiterbilden. Der Projektmanager dieses Projektes ist gleichzeitig Leiter des Fortbildungsbereiches an unserem Institut und hat diese Perspektive bereits erfolgreich im Anschluss des Projektes „2014-1-DE02-KA104-000506 Kompetenzentwicklung von Fremdsprachenlehrkräften im Netz und mit dem Netz - New Blended Learning und Web 2.0“ umgesetzt mit dem Angebot der Fortbildung „Tablets, Apps und Web 2.0 im Unterricht Deutsch als Fremdsprache“, das curricular stark von dem Mobilitätsprojekt profitiert hat. Diese einwöchige Fortbildung des Institutes wurde im letzten Jahr an zwei Terminen angeboten und war an beiden Terminen ausgebucht, wobei der überwiegende Teil der Teilnehmer wiederum mit Erasmus+ Mobilitätsstipendien teilgenommen hat.

Zusammenfassung des Projektes:
Um die technisch schon gegebenen Möglichkeiten des Institutes wie interaktive Smartboards und starkes W-Lan in allen Unterrichtsräumen sowie iPad-Koffer didaktisch noch sinnvoller nutzen zu können, brauchen wir eine weitere Kompetenzentwicklung unserer Lehrkräfte und pädagogischen Personals im Bereich der Nutzung von Web 2.0 Applikationen und Apps und im Umgang mit Smartphones und Tablets als Unterrichtsmedien. Durch Teilnahme an strukturierten Kursen sollen neue Kompetenzen, nicht nur technischer Art, erworben werden, sondern auch durch den gewonnenen Blickwinkel anderer Länder die curriculare Entwicklung unseres Sprachkursangebotes stärker auf internationale Bedürfnisse und Lehrstrategien hin geprägt werden und das Portfolio des Fortbildungsbereiches mit neuen Inhalten erweitert werden. Ziele sind der didaktisch verbesserte Einsatz von Smartphones der Teilnehmer (Stichwort BYOD = Bring Your Own Device) und Tablets durch neue Lehrmethoden wie Digital Storytelling sowie die Konzeption von Blended-Learning- Angeboten, um im Beruf stehende Zielgruppen besser ansprechen zu können. Durch das Kennenlernen anderer europäischer Lehr- und Lernstile soll die europäische Dimension nicht nur in unseren Sprachkursen, sondern auch in unserer eigenen Fortbildungstätigkeit, die sich wiederum hauptsächlich an Lehrkräfte aus Europa wendet, verstärkt werden. Insgesamt sollen 20 Lehrkräfte und 5 Leiter aus den Bereichen Deutsch und Englisch sowie dem Fortbildungsbereich an 30 Mobilitätsmaßnahmen teilnehmen. Zur Zeit sind rund 70 Lehrkräfte freiberuflich an den Standorten Düsseldorf und Berlin nicht nur an unserem Institut, sondern immer auch an anderen Instituten der Erwachsenenbildung tätig, so dass der Nutzen der Fortbildungen auch Kursteilnehmern in anderen Instituten zugutekommen wird. Alle Lehrkräfte sind berufserfahren, haben aber oft geringe oder verbesserungswürdige Erfahrung im Umgang mit neuen Lehrmitteln, der didaktischen Einbindung von Apps und Web 2.0 Anwendungen und der Konzeptionierung von Blended-Learning-Ansätzen. Geplant sind eine dreitätige Fortbildungsmaßnahme zum Einsatz von Apps und Web 2.0 Anwendungen, zur didaktischen Nutzung von Smartphones und Tablets, zur Methodik der Einbindung digitaler Medien in den Fremdsprachenunterricht und zur Konzeption von Blended- Learning-Unterrichtseinheiten. Die Aktivitäten werden vom Leiter des Fortbildungsbereiches in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Leitern koordiniert, die auch die Auswahl der Lehrkräfte vornehmen. Eine zweite Fortbildung soll dem pädagogischen Leitungspersonal in den Bereichen Fortbildung, studienvorbereitende Deutschkurse, Integrations- und Berufssprachkurse Deutsch und Englisch mit dem Fortbildungsthema Digital Storytelling eine neue curriculare Perspektive für ihre Bereiche eröffnen. In Lernvereinbarungen mit den Partnern im europäischen Ausland werden geplante Vorbereitungsmaßnahmen und erwartete Ergebnisse festgehalten. Ziel der beantragten Maßnahmen ist eine verbesserte Qualifikation der Teilnehmer im Bereich der digitalen Kompetenzen, der Nutzung von Apps und Web 2.0 Anwendungen sowie technischer Medien wie Audio- und Videotools, Smartphones und Tablets zur Vorbereitung und Durchführung von Fremdsprachenunterricht in der Erwachsenenbildung und damit auch zur Arbeitsplatzsicherung und zur Verbesserung der Arbeitsplatzaussichten der teilnehmenden Lehrkräfte. Die zu Fortbildungen ausgesuchten Lehrkräfte verpflichten sich zur Multiplikatorentätigkeit in internen Fortbildungen, so dass in diesen Follow-Ups auch alle anderen an unserem Institut tätigen Lehrkräfte die Chance bekommen von den neuen Fortbildungsinhalten zu profitieren. Strategisches Ziel für die antragstellende Einrichtung ist die qualitative Verbesserung der angebotenen Sprachkursangebote im Bereich der Erwachsenenbildung durch eine verstärkte Einbindung digitaler Medien und Methoden sowie durch den internationalen Austausch motiviert eine stärker auf internationale Bedürfnisse und Lehrstrategien hin orientierte interkulturelle Praxis unseres Unterrichts. Wir erwartendurch neu konzipierte Blended-Learning-Angebote eine Flexibilisierung der zeitlichen Unterrichtsstrukturen und damit auch Möglichkeiten neue Zielgruppen, die bereits im Beruf stehen, besser ansprechen zu können. Gerade im Integrations- und Berufssprachkursbereich können die Fortbildungen damit auch dazu beitragen, eine schnellere und bessere Integration von Flüchtlingen zu befördern. Da eine Reihe von Lehrkräften auch als Fortbildner tätig sind, erwarten wir außerdem eine qualitative Verbesserung unseres Fortbildungsangebotes durch Einbezug neuer Seminarthemen auf der Grundlage der erweiterten Kompetenzen und durch die Teilnahme der Bereichs- und Projektleiter Fortbildungen auch die Erstellung komplett neuer Seminarangebote und - einheiten, die sich wiederum hauptsächlich an europäische Lehrkräfte richten, die wiederum oft durch Europäische Bildungsprogramme gefördert an den Fortbildungen des Institutes teilnehmen.